Streitschlichtung

Streitschlichtung

Vorne am Tisch v. l.: Tanja Heinemann (Schulleiterin), Sabine Beinlich (Bildungseinrichtung Arbeit und Leben) Dahinter v. l.: Natalia Paris (Lehrerin), Melina Verweij, Laura Marie Uffmann, Dorothee Kleinhans, Marit Wallenstein, Luana Reis Campos
Vorne am Tisch v. l.: Tanja Heinemann (Schulleiterin), Sabine Beinlich (Bildungseinrichtung Arbeit und Leben)
Dahinter v. l.: Natalia Paris (Lehrerin), Melina Verweij, Laura Marie Uffmann, Dorothee Kleinhans, Marit Wallenstein, Luana Reis Campos

Helfen anstatt wegschauen

Achtklässlerinnen lernen Strategien zur Konfliktlösung

Ein Tisch, vier Stühle und viel Empathie sowie Teamarbeit: Das ist die Ausgangslage für jede Gesprächsübung, die 20 Achtklässlerinnen der Gesamtschule Verl in ihrer Ausbildung als Streitschlichterinnen führen. Im Rahmen ihres Erweiterungsunterrichts im Bereich „Soziales und Pädagogik“ nehmen die Schülerinnen an einem mehrtägigen Ausbildungsseminar zu Mediatorinnen mit professioneller Begleitung teil. Die Gesamtschule Verl kooperiert seit diesem Schuljahr mit der Bildungseinrichtung „Arbeit und Leben Bielefeld“, die in ihren Bildungsangeboten das Ziel einer demokratischen Kultur der Partizipation nach den Kriterien von sozialer Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität verfolgt. Die Implementierung der Streitschlichtung an der Gesamtschule Verl wird infolge einer erfolgreichen Bewerbung vom Netzwerk Gewaltprävention des Kreises Gütersloh mit einem Geldpreis unterstützt.

„Die Mediation von Schülerinnen und Schülern ist ein Erfolgskonzept an der Gesamtschule Verl, da die Schülerinnen und Schüler lernen können, selbstständig ihre Konflikte gewaltfrei zu lösen“, betont die Schulleiterin Tanja Heinemann. Frau Paris fügt hinzu: „Die Streitschlichtung ist nämlich ein Win-win-Prozess, in dem auch die Schlichterinnen und Schlichter von den Erfahrungen profitieren. Sie stärken ihre Kommunikationskompetenz, ihr Verantwortungs- und Selbstbewusstsein.“

„Um die Aufgabe gut zu erfüllen, muss man höflich sein, aktiv zuhören können und Vertrauen erwecken“, betont Marit. Vom „Blickkontakt“ und „Einfühlungsvermögen“ spricht Laura. Die Achtklässlerinnen möchten im Anschluss an ihre Ausbildung anderen helfen. Die Verbindung ist sinnvoll: Von Anfang an können sich die jüngeren Schülerinnen und Schüler an sie als Ansprechpartnerinnen wenden, da es ihnen häufig leichter fällt, auf Augenhöhe zu reden.

In Zusammenarbeit mit Frau Beinlich als Mitarbeiterin der Bildungsreinrichtung „Arbeit und Leben“ setzen die Schülerinnen und Schüler die Methode des Rollenspiels ein, um die Dimensionen des Konfliktes sichtbar und erfahrbar zu machen. Indem sie im Rahmen ihrer Ausbildung Moderationstechniken sowie rhetorische Strategien praktisch in simulierten Gesprächskreisen einüben, entwickeln sie lebenspraktische Fähigkeiten, die das positive Klima der Schule stärken werden.

Die Streitschlichterausbildung bietet somit den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, demokratisch zu denken, zu entscheiden und zu handeln. Die Streitschlichterinnen führen nach Abschluss ihrer Ausbildung Projekttage in den fünften Klassen durch, in denen sie sich vorstellen und mit den jüngeren Schülerinnen und Schülerm das Konfliktverhalten spielerisch einüben. Streitschlichterinnen und Streitschlichter setzen ihre erlernten Fähigkeiten im Schulalltag um, indem sie bei Bedarf Mediationsgespräche führen, die Unterstützung bei der Konfliktlösung brauchen.

Große Anerkennung verdient das soziale Engagement dieser Schülerinnen, die durch die Einrichtung Arbeit und Leben nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung ein Zertifikat als Mediatorinnen erhalten werden.