Ergänzungsunterricht

Ergänzungsunterricht

1. Informatik

In einer Zeit, in der Informatik immer mehr Lebensbereiche erfasst und Fachkräfte in der IT-Branche gesucht sind, brauchen Schülerinnen und Schüler zum einen fachliche Orientierung zur Einordnung der Informatik in ihrem persönlichen Umfeld,
zum anderen müssen sie aber auch anschlussfähiges Wissen für eine vertiefte informatische Bildung und Ausbildung erwerben. Der beste Weg dazu liegt in frühzeitig erworbenen Kompetenzen im Fach Informatik.

Im Einführungskurs wird zunächst der Umgang mit dem Computer (Computer-Arbeitsplatz, Tastatur, Programme, Ordnung auf der Festplatte etc.) gelehrt. Natürlich sind Schwerpunkte im Bereich der Textverarbeitung gesetzt. Die Schüler und Schülerinnen lernen die Funktionen typischer Textverarbeitungssoftware kennen und wenden sie an: Formatierung von Dokumenten, Gliederungsmöglichkeiten, Absätze, Setzen von Tabulatoren, Fußnoten, Einbinden von Grafiken und Dateien etc. Auch im Bereich der Tabellenkalkulation erstellen die Schüler und Schülerinnen Diagramme, wenden mathematische Funktionen an und werten Daten aus. Selbstverständlich werden Präsentationen gestaltet, z.B. mit Power Point, Prezi oder mit dem Mind Manager, sodass die Schüler und Schülerinnen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in allen Fächern anwenden können. Die Kommunikation im WWW erfordert Kenntnisse im Bereich der Datensicherheit und des Datenschutzes, deshalb werden der sichere Umgang in sozialen Netzwerken und das Thema Cybermobbing eine wesentliche Rolle im Unterricht spielen.

Im Aufbaukurs wird eine Vertiefung der Fähigkeiten und Fertigkeiten des Einführungskurses stattfinden, Bildbearbeitung und Internetrecherche sind weitere Schwerpunkte.
In der zehnten Klasse kann man eigene Internetseiten gestalten, ggf. eine eigene Sparte bei der Schulhomepage übernehmen. Auch Apps für Smartphones zu programmieren, z.B. mit APP-Titan, werden Schwerpunkte im „Ergänzungsunterricht Informatik“ sein. Ebenfalls können im Bereich der Videobearbeitung (Bildbearbeitung) Filmsequenzen gedreht und mit geeigneter Software geschnitten werden.

2. Naturwissenschaften

a) MINT-Assistenten

Seit dem 25.01.2017 sind wir zertifizierte Satellitenschule des teutolab-Chemie der Universität Bielefeld.

Die Ausbildung zu MINT-Assistenten beginnt bereits in der achten Klasse. Mögliche Inhalte sind zum Beispiel: Sicherheit im Labor, Versuchsprotokollierung, Hilfestellung bei Experimenten, Umgang mit jüngeren Schülern und Schülerinnen, Ordnung und Sauberkeit im Labor etc.

Die „Laborhelfer Jahrgang 8“ betreuen Experimente beim Tag der offenen Tür an unserer Schule. Das bedeutet für unsere Jugendlichen, dass sie auch außerhalb der Schulzeit Projekte durchführen werden.
Die „Laborhelfer Jahrgang 9“ betreuen die Workshops beim MINT-Mitmachtag, diesen Projekttag bieten wir bereits im kommenden November das erste Mal an.
Die „Laborhelfer Jahrgang 10“ führen wie geplant das teutolab mit den vierten Klassen der Grundschulen durch. Die Schüler und Schülerinnen müssen sich u.a. darüber klar sein, dass sie Projekte außerhalb der Schulzeit betreuen werden. Zertifikate können in Aussicht gestellt werden, sodass eine „Expertise“ für die zukünftige Berufswahl vorhanden ist.

b) Chemie im Alltag (nur Klassen 9 und 10)

Chemie begegnet uns nicht nur im Unterricht, Chemie ist überall. Beim Haarefärben, in der Hautpflege, beim Putzen oder Backen – in den verschiedensten Lebenssituationen spielt sie eine wichtige Rolle. Sie haucht uns “Guten Morgen” im Mikrofaserbett. Sie versüßt uns mit kurzkettigen Kohlenhydraten den Kaffee. Sie ist mit dabei, wenn wir ein Frühstücksei kochen und wenn wir unseren Käse essen (der einen langen chemischen Prozess vom Pasteurisieren der Milch bis zur Arbeit von Milchsäurebakterien hinter sich hat). Chemie im Alltag heizt über Solarzellen unser Duschwasser oder treibt damit das Elektroauto an. Doch was steckt wo drin und worauf ist zu achten?

Im Ergänzungsunterricht „Chemie im Alltag“ wollen wir alltägliche, für uns selbstverständliche Dinge hinterfragen und erforschen. Dabei steht neben den experimentellen Einheiten auch der Aufbau von chemischem Fachwissen im Vordergrund.

Wer sollte diesen Unterricht wählen?
Wenn du interessiert an chemischen Vorgängen bist, Experimente verantwortungsvoll und selbst gesteuert durchführen kannst und alltägliche Phänomene hinterfragen und verstehen möchtest, bist du im Ergänzungsunterricht „Chemie im Alltag“ genau richtig. Zum Verstehen dieser Phänomene ist es wichtig, dass auch Interesse an der chemischen Theorie besteht.

Themenbereiche:

Im Folgenden werden mögliche Themen aufgeführt. Diese Themen sind beliebig zu ergänzen, da Chemie in fast allen Bereichen des Lebens vertreten ist.

  • Wirkung von Waschmitteln und Seife
  • Wirkung von Backpulver
  • Nachweis verschiedener Stoffe
  • Kunststoffe und deren Verwendung
  • Analyseverfahren
  • Verwendung von Chemie in verschiedenen Berufsbildern

3. Technik Ingenieur-Akademie

Unsere Ingenieur-Akademie in Klasse 8 geht auf das Berufsbild des Ingenieurs ein: Wie wird man Ingenieur? Welche Tätigkeiten führt der Ingenieur aus? Wo wird er eingesetzt?
Außerdem befassen sich die Schüler und Schülerinnen mit dem Brückenbau, sie entwerfen und bauen Brücken, führen Experimente zu den physikalischen Größen Druck und Kraft durch, Simulationsprogramme und Belastungstests dürfen auch nicht fehlen. Ebenfalls spielt die Akustik eine Rolle: Experimente zu akustischen Phänomenen und Höreindrücken, Grundbegriffe der Akustik (Frequenz, Amplitude, Wellenlänge, Periodendauer), Darstellung von Schallwellen mit dem Oszilloskop und mit der Soundkarte, Überlagerung der Schallwellen, Schallgeschwindigkeit messen, Schalldämpfer herstellen.

Unsere „Ingenieure“ der neunten Klasse befassen sich mit dem Thema „Elektronik“, sie planen und realisieren elektrische Schaltungen, sie messen Spannungen und Stromstärken in verschiedenen Stromkreisen, das Kennenlernen neuer Bauteile (z.B. Halbleiter, Dioden) steht ebenfalls auf dem Programm. Die Schüler und Schülerinnen arbeiten in der Löt-Werkstatt und führen Projekte im Bereich der Elektronik (Diodentaschenlampe) durch. Außerdem wird das Thema „Fortbewegung“ im Mittelpunkt des Unterrichts stehen: Fortbewegung mit Hilfsmitteln, Bewegung bei den Menschen, das Fahrrad, Kraftaufwand durch Gangschaltung steuern, Kraftübertragung mit Hilfe der Kette, Kräfte beim Bremsvorgang, Energiebedarf beim Fahrradfahren, das Flugzeug / das Schiff, Auftriebskraft, Flugvorgang beim Flugzeug, Schwimmvorgang beim Schiff. Eine mögliche Vertiefung: die Rakete, das Rückstoßprinzip, die Mehrstufen-Raketen.

In der zehnten Klasse stehen die Energietechnik und die Energie der Zukunft im Mittelpunkt des „Ergänzungsunterrichts Technik“. Vertiefendes und fächerübergreifendes Wissen (Technik / Physik) zum Thema „Erneuerbare Energien“ erlernen unsere Jugendlichen. Experimente zu verschiedenen Energieformen werden durchgeführt. Wie funktionieren verschiedene Kraftwerke? Wie baut man ein möglichst effizientes Kraftwerk? Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Auch das Nachbauen einer Solarzelle mit einfachen Mitteln und in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld steht auf dem Programm.
Mobil mit dem Kraftfahrzeug: Hier werden verschiedene Verbrennungsmotoren (Benzin, Diesel, Wankelmotor) untersucht. Wie funktioniert ein Kraftfahrzeug? Der Elektromotor wird vorgestellt, ein Solarauto wird geplant und gebaut, mit diesen Solarautos werden Experimente durchgeführt (Geschwindigkeit, Crashtests, Videoanalysetools am PC).
Auch die Teilnahme am regionalen Solartechnik-Wettbewerb „Solar Mobil OWL“ ist möglich. Eine thematische Vertiefung ist möglich: Speicherung der elektrischen Energie mit Hilfe von Akkus.

4. Sprachen und Gesellschaft

a) Poetry Slam (Klassen 8)

Dichten hat mit Gefühl zu tun

Wer kennt sie nicht, die Dichterwettkämpfe, um das Publikum zu unterhalten und um es für sich zu gewinnen?

Poetry Slams sind bei den Schülern und Schülerinnen sehr beliebt. Das unmittelbare Erleben von Poetry Slammern auf der Bühne oder der eigene Auftritt mit einem selbst geschriebenen Gedicht ermöglichen den Jugendlichen neue Zugänge zur Literatur. Ein wichtiger Teil des Poetry Slams ist die Funktion als Plattform für junge Autoren. Deswegen sollen die Schüler und Schülerinnen eigene Texte schreiben und an ihrer Performance arbeiten. Ziel dieses Ergänzungsunterrichts ist eine von den Schülern und Schülerinnen organisierte Präsentation der Schreibergebnisse.

Im Slam-Poetry-Unterricht geht es nicht um die klassische Gedichtanalyse. Es geht ums Selberschreiben von kurzen Szenen, skurril, fantasievoll oder ganz nah am Schüleralltag.

Der Unterricht teilt sich in drei Phasen:

1. Erlebnisphase
2. Produktionsphase
3. Präsentationsphase

“Und was bringt mir eine Eins in Geschichte
wenn trotz geringer Fehlerdichte
und hoher sprachlicher Qualität
die fundierte Klausur nur aus zweierlei besteht:
den vom Lehrer vorgegebenen Argumenten
und ein paar verknüpfenden Satzbaukomponenten”

Das Publikum kürt den Sieger per Applaus oder mit Punktewertungen. Der Text muss selbst geschrieben sein, an der Performance wird gearbeitet. Selbstverständlich wird es zum Ende des Schuljahres einen Bühnenauftritt der „Slammer“ an der Gesamtschule Verl geben.

a) Natur-Umwelt-Mensch (Klassen 9 und 10)

Ein junger Eisbär spielt im Schnee von Alaska. Nur noch 900 Eisbären leben in der Beaufortsee in Alaska.

„Schule mit Zukunft – können wir die Welt FAIRbessern?“ Oder „Wohlstand und Weltklima – was erträgt unser Planet?“

Umwelterziehung in der Institution Schule ist als Beitrag zur Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung zu sehen. Ziel der Umwelterziehung auf dem Wege zur Nachhaltigkeit ist insbesondere die Einübung von vernetztem Denken und Handeln unter Berücksichtigung von Ökologie, Ökonomie, globaler und lokaler Entwicklungen. Das Image des umweltgerechten Handelns soll aufgewertet und von allen am Schulleben Beteiligten als normales Handeln im Alltag verstanden werden.

Klimawandel, Massenproduktion, soziale Ausbeute – wo soll das noch hinführen? In dieser Projektarbeit erfährst du, welchen Beitrag du im Rahmen eines umweltgerechten Handelns leisten kannst, um die Welt etwas zu verbessern. Darüber hinaus lernst du Organisationen kennen, die eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und fördern. Getreu dem Motto „Wir können die Welt verändern“ entwickelt ihr Ideen für ein Projekt im eigenen Umfeld.

* Mögliche Ausblicke:
Werbeplakat, Werbefilm, Schulslogan oder Ähnliches entwickeln

„Der Norden säuft ab, der Süden vertrocknet“, „Europa erlebt gerade extreme Wetterbedingungen. Der Klimawandel macht Starkregen und Dürren wahrscheinlicher.“, so lautet ein Titel der „Frankfurter Rundschau“ am 27.07.2017. Auf dem Petersplatz im Vatikan ist es staubtrocken. Der Bracciano-See – 40 Kilometer von Rom entfernt – hat beträchtlich an Wasser verloren. Der See ist nicht irgendein See, sondern Roms Notfall-Reserve, wenn es sonst kein Wasser mehr gibt. Der Notfall ist in diesem Jahr eingetreten. Um mehr als 3,2 Grad überschritten die Sommertemperaturen den Mittelwert von 1971 bis 2000. Nur 2003 war es heißer. Nicht einmal die Hälfte der normalen Regenmenge fiel im Juni in der italienischen Hauptstadt.
Zur gleichen Zeit kämpfen 1500 Kilometer nördlich die Berliner mit Wassermassen. Die Straßen der Bundeshauptstadt verwandelten sich in Bäche und Flüsse. Keller liefen voll, Straßen wurden überspült, U-Bahnhöfe mussten wegen Kurzschluss-Gefahr gesperrt werden. Schon 268 Liter Regen kamen im Juni und Juli auf jeden Berliner Quadratmeter herunter- knapp die Hälfte dessen, was sonst in einem ganzen Jahr vom Himmel fällt.
Ist das noch normal oder schon Klimawandel? Mit diesen und ähnlichen Fragen zum Klimawandel, zur Massenproduktion, zur Monokultur, zur sozialen Ausbeute beschäftigen sich die Schüler und Schülerinnen im Ergänzungsunterricht „Natur-Umwelt-Mensch“.
Sie lernen Organisationen kennen, die eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und fördern, und sie führen Projekte im eigenen Umfeld durch: „Wir können die Welt verändern.“

Klasse 10:

Die Schüler und Schülerinnen vertiefen ihre Kenntnisse aus Jahrgang 9, transferieren ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, lernen einen weiteren thematischen Schwerpunkt zum Thema „Globalisierung“ kennen.

b) Demokratie lernen und leben (Jahrgang 8 bis 10)

Demokratie ist mehr als nur eine Regierungsform. Wer Demokratie als Lebensform versteht, erwartet, dass die Schule dem Rechnung trägt, denn sie soll Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürger erziehen.
Demokratisch leben bedeutet nicht nur, für sich allein alle freiheitlich-demokratischen Rechte einzufordern, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die freiheitlich- demokratischen Rechte der Mitmenschen gestärkt werden.
Wenn Schule auf das Leben vorbereiten soll, dann bedeutet die schrittweise Übernahme von Verantwortung in der Schule, d.h. für sich selbst und für andere, auch eine Vorbereitung auf die Partizipation in der Zivilgesellschaft – sei es nun in Form von politischer Mündigkeit oder ehrenamtlichen Engagement.
Demokratische Partizipation verlangt die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern an Entscheidungen, die ihr eigenes Lernen und Leben in der Schule und das der gesamten Schulgemeinde betreffen.
Demokratie und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind ein kostbares Gut, auf das wir sorgsam achten müssen. Das haben wir in der Geschichte immer wieder erleben müssen. Der politischen Bildung und der Demokratiepädagogik kommt an unserer Schule eine besondere Bedeutung zu.

Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem Demokratie erlernt und gelebt wird.

Das Erlernen von Demokratie umfasst den Erwerb von Kompetenzen zum demokratischen Handeln, wie auch die Einübung in die Praxis demokratischen Handelns. Ein solches Lern- und Praxisfeld ist zunächst die Schule selbst.
Im Ergänzungsunterricht „Demokratie leben und lernen“ arbeiten wir projektorientiert und nutzen Methoden der Demokratiepädagogik. Wir nehmen an Wettbewerben zur Förderung der politischen Bildung teil und lernen verschiedene Initiativen und Organisationen kennen.

Beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ steht die Meinungsfreiheit und die demokratische Debattenkultur im Vordergrund.

Beim Förderprogramm „demokratisch handeln“ werden Projekte, Initiativen und Ideen unterstützt, in denen das Lernen für Demokratie und Politik um Erfahrungsmöglichkeiten erweitert wird sowie Themen und Aufgaben des Gemeinwesens in den Mittelpunkt eines verstehenden und handelnden Lernens kommen.

Aktiv für die Einhaltung der Menschenrechte setzen sich Schülerinnen und Schüler mit ihren Projekten in den Netzwerken „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“ ein.

Daneben besuchen wir auch den Landtag in Düsseldorf (NRW) im Rahmen des Projektes „Landtag live“.

Demokratie lernen und leben bedeutet für die Gesamtschule Verl:

  • Mitgestalten
  • Mitentscheiden
  • Mitteilen

Für wen ist das gedacht?

Der Ergänzungsunterricht „Demokratie lernen und leben“ richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler, die ein Interesse daran haben, sich eine eigene Meinung zu bilden, offen für neue Themen aus Gesellschaft und Politik sind und ein grundsätzliches Interesse an politischer Arbeit haben.

Ziel dieses Ergänzungsunterrichtes

Ziel des Ergänzungsunterrichts Demokratie lernen und leben ist es, Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich mit der Demokratie als Regierungs-, Gesellschafts- und Lebensform zu identifizieren und zu befähigen, sich aktiv an der Gestaltung der Demokratie in und außerhalb der Schule zu beteiligen.

  • Sich und andere motivieren können, politisch und gesellschaftlich aktiv zu werden
  • Politisches Interesse wecken
  • Selbstständig planen und handeln können

Themenbereiche

  • Auseinandersetzungen mit dem Demokratie-Begriff vornehmen
  • Mitwirkungsgremien in der Schule und der Gesellschaft kennen lernen
  • Menschenrechte in einer Demokratie
  • Ausgrenzung und Integration in der Stadt Verl (Migration, Flüchtlingskrise)
  • Diskriminierungsformen (Homophobie, Transphobie, Behindertenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Antijudaismus, Islamfeindlichkeit)
  • Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus
  • Vorstellung von Initiativen, Vereinen und Organisationen zur Förderung der politischen Bildung (z.B. Amnesty International, UNICEF)
  • Teilnahme an Projekten und Wettbewerben Teilnahme an Projekten und Wettbewerben
  • „Jugend debattiert“
  • „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“
  • „Landtag live“ – Besuch des Landtages in Düsseldorf (NRW)
  • „Juniorwahl“
  • „Juniorbotschafter“
  • Europäischer Wettbewerb
  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Demokratisch handeln

Methoden

  • Projektorientiertes Lernen
  • Debatte
  • Podiumsdiskussion

Kooperationen mit außerschulischen Partnern

  • Friedrich Ebert Stiftung
  • Freudenberg Stiftung
  • LAG für Spiel und Theater NRW
  • Förderverein Demokratisch handeln e.V.
  • Bundeszentrale für politische Bildung

Grundsätze der didaktischen und pädagogischen Arbeit im Ergänzungsunterricht

Der Ergänzungsunterricht Demokratie lernen und leben orientiert sich an den anerkannten fachlichen Prinzipien politischer Bildung. Eine wichtige Referenz ist dabei der „Beutelsbacher Konsens“, der in den 1970er Jahren formuliert wurde, und seither besonders für die formale politische Bildung auf drei zentrale didaktische Leitgedanken verweist.

1. Überwältigungsverbot

Es ist nicht erlaubt, die Schülerinnen und Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln. Lehrende dürfen Schülerinnen und Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen, sondern sollen sie in die Lage versetzen, sich mit Hilfe des Unterrichts eine eigene Meinung bilden zu können. Dies ist der Zielsetzung der politischen Bildung geschuldet, die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern heranzubilden.

2. Kontroversität

Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Der Lehrende muss ein Thema kontrovers darstellen und diskutieren können, wenn es in der Wissenschaft oder Politik kontrovers erscheint. Seine eigene Meinung und seine politischen wie theoretischen Standpunkte sind dabei für den Unterricht unerheblich und dürfen nicht zur Überwältigung der Schüler eingesetzt werden.

3. Schülerorientierung

Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen.

Quelle: Hans-Georg Wehling in: Siegfried Schiele/Herbert Schneider (Hrsg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart 1977, S.179/180

Zertifikat

Die Schülerinnen und Schüler erhalten am Ende ein Zertifikat, das ihr Engagement und ihren Einsatz für demokratisches Handeln bescheinigt.

5. Pädagogik und Soziales Streitschlichtung (Klassen 8)

Konzept „Lernen durch soziales Engagement“ an der Gesamtschule Verl

Einführung der Streitschlichtung
Ausbildung zum Streitschlichter an der Gesamtschule Verl

Dort, wo Menschen zusammenleben, gibt es Meinungsverschiedenheiten, unterschiedliche Bedürfnisse sowie andere Verhaltensweisen, aus denen Konfliktsituationen entstehen können. Konflikte gehören zum Leben dazu. Im Schulalltag stellen wir uns deshalb die Frage, wie man mit Konflikten umgeht und Konflikte als Potenzial für das Training sozialer und personaler Fähigkeiten nutzt.
Nach dem Motto „helfen anstatt wegschauen“ verfolgt die Streitschlichtungsausbildung das Ziel, eine positive Streitkultur zu erlernen und zu praktizieren.
Das gemeinsame Ziel ist es, eine Lösung von Konflikten ohne Verlierer zu erarbeiten.

Das lernst du im Ergänzungsunterricht „Ausbildung zur Streitschlichtung“:

  • Aktives Zuhören: Mitgefühl mit Einsatz der Körpersprache
  • Einfühlendes Verstehen: Gefühle erkennen und berücksichtigen – Unparteilichkeit
  • Feedbackregeln
  • Methoden der Gesprächsführung
  • Durchführung von Mediationsgesprächen in Rollenspielen. Dabei wirst du …
  • Verantwortung übernehmen
  • Mitgefühl entwickeln
  • andere Sichtweisen respektieren
  • fair verhandeln
  • deine kommunikativen Fähigkeiten stärken

Am Schluss der Ausbildung erhältst du ein Zertifikat, das dich als Streitschlichterin bzw. Streitschlichter ausweist. Du bist als Schulmediatorin bzw. Schulmediator tätig und hilfst bei Bedarf jüngeren Schülerinnen und Schülern im Schulalltag bei der Konfliktlösung.

Theorieblock „Kindheit“ (Klasse 9)

Der „Babysitterführerschein“

Ausgehend von eigenen Kindheitserfahrungen erwerben die Schülerinnen und Schüler Grundkenntnisse über die kindliche Entwicklung und deren Besonderheiten. Sie reflektieren ihren Umgang mit schwierigen Situationen und üben adäquate Verhaltensweisen in Rollenspielen ein. Die Auseinandersetzung mit den Themenbereichen „Kinderpflege“ und „Erste Hilfemaßnahmen für Kleinkinder“, „Unfallvermeidung“ dient der Sicherheit der zu betreuenden Kinder. Zum Abschluss erstellen die Schülerinnen und Schüler einen Katalog mit sinnvollen und attraktiven Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder unterschiedlicher Altersstufen.

Die Erprobung und Anwendung des Gelernten sowie das Einüben empathischen Verhaltens finden in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Kindergärten statt. Eine Urkunde über die erfolgreiche Teilnahme an diesem Modul dient den Schülerinnen und Schülern als Nachweis bei der Bewerbung um eine Stelle als Babysitter/in.

Theorieblock „Alter“ (Klasse 10)

Altenheimprojekt: „Besuchsdienst durch Schüler“ im Altenzentrum St.-Anna-Haus, Verl

Das Altenheimprojekt wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Lehrer/-innen der jeweiligen Schulen und von der Schulsozialarbeit unterstützt und koordiniert. Schüler des Gymnasiums, der Realschule sowie der Hauptschule sind an diesem Projekt beteiligt.

Und jetzt macht auch die Gesamtschule Verl mit!

Die Schülerinnen und Schüler erfahren durch dieses Projekt eine persönliche Bereicherung und übernehmen Verantwortung. Sie entwickeln Sensibilität für andere Menschen und entwickeln sich selbst auch weiter. Ebenfalls erlernen sie Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit als Pflichten gegenüber ihren anvertrauten Menschen und bauen Vorurteile gegenüber älteren Menschen ab.
Zudem bietet das Projekt die Möglichkeit, Einblicke in soziale Berufsfelder, wie z.B. die Altenpflege, zu erhalten.
Außerdem erfahren die Bewohnerinnen und Bewohner des Altenzentrums eine Bereicherung ihres Alltags, da die Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit den Seniorinnen und Senioren ihre Gesellschaft und Hilfe anbieten.

Durchgeführte Aktionen:

  • Vortrag zu Demenz
  • Gesellschaftsspiele
  • Rollstuhlführerschein
  • Ausflüge: nach Gütersloh mit Besichtigung des Miele Werksmuseums, nach Gütersloh in den Botanischen Garten mit Kaffeetrinken
  • Waffeln backen und gemeinsame Kaffeetafel
  • Gemeinsames Kaffeetrinken mit Bewohnern und Schülern im Café
  • Bratapfelessen
  • Begegnungen beim vorweihnachtlichen Basteln
  • Nikolausbesuche von Schülergruppen in allen Wohnbereichen
  • Große Adventsfeier, Schüler verteilten selbstgebackene Plätzchen und Weihnachtsgrüße an die Bewohner
  • Gemeinsames Grillen zum Abschluss des Schuljahres

6. Gesundheit und Soziales

1. Immunologie: Viren, Bakterien, Infektionskrankheiten, Impfen…
2. Impfen
3. Blutspende
4. Organspende
5. HIV und Aids: Projektarbeit möglich mit der lokalen AIDS-Hilfe, z. B. rund um den 1. Dezember.
6. Arzneimittel
7. chronische Erkrankungen Diabetes etc.
8. Drogen: z. B. Cannabis, Crystal Meth
9. Verschiedene Berufe mit medizinisch technischem Hintergrund: Internetrecherche, zusätzlich vielleicht Experten einladen: PTA, Physiotherapeuten, Rettungsassistenten…
10. Leben mit einer Behinderung: Filmprojekt, z. B. mit dem Film „Jenseits der Stille“, hier geht es um Gehörlose, Aktion Mensch
11. Was darf der Mensch? Gentechnologie (Klonen, PID…), Film „Gattaca”
12. Rauchen: bei der jährlichen Aktion „be smart-don ́t start“ mitmachen
13. Gesunde Ernährung: vegan / vegetarisch etc.
14. Sommer / Sonne / Haut
15. zu dick – zu dünn – Essstörungen?

7. Französisch als zweite oder dritte Fremdsprache (wählbar für Klasse 8 bis 10 bzw. 11)

Für Schülerinnen und Schüler, die Freude am Fremdsprachenlernen haben, bieten wir im Rahmen des Ergänzungsunterrichts Französisch an. Dies bedeutet aber nicht nur mehr Vokabellernen und Grammatikbüffeln. Nein, wer Französisch lernt, der…

  • kann Lieder von Louane, Zaz, Maître Gims und vielen anderen, die im deutschen Radio laufen, mitsingen und verstehen
  • kann im nächsten Frankreich-Urlaub in Landessprache nach dem Weg fragen und Essen bestellen
  • weiß, dass Tim und Struppi eigentlich Tintin und Milou und die Schlümpfe in ihrem Herkunftsland les Schtroumpfs heißen
  • kennt viele Vokabeln bereits aus dem Deutschen oder Englischen (oder Spanischen) und kann ihre Bedeutung dadurch erschließen
  • hat bereits jetzt eine zweite Fremdsprache und mit Abschließen der 11. Klasse (und durchgehender Belegung des Faches) eine Bedingung für die Zulassung zum Abitur in der Tasche

Das ist noch nicht alles! Es gibt viele gute Gründe, Französisch zu lernen:

  • Werde Teil einer großen Community: Mehr als 200 Millionen auf fünf Kontinenten sprechen Französisch; keine andere Sprache (außer Englisch) wird öfter erlernt! Damit bist du nicht nur für den nächsten Urlaub gut gewappnet! Wusstest du, dass Französisch in 34 Ländern der Welt offizielle Amtssprache ist, sowie offizielle Arbeitssprache der EU, UN und der NATO (und der UEFA)?
  • Verbessere deine Qualifikation für Ausbildung und Beruf. Mit einer weiteren Fremdsprache hast du nicht nur eine Bedingung für die Oberstufe erfüllt, sondern machst dich attraktiver für zukünftige Arbeitgeber. Wusstest du, dass gute Französischkenntnisse für Arbeitgeber oft sehr wichtig sind?
  • Erweitere deine Jobchancen: Französischkenntnisse eröffnen dir nicht nur Zugang zu integrierten Studiengängen, sondern auch zu Ländern wie Kanada, Schweiz, Belgien und Marokko. Wusstest du, dass Deutschland Frankreichs wichtigster Handelspartner ist? Mehr als 3100 deutsche Firmen sind in Frankreich präsent und mehr als 3700 französische Firmen schaffen knapp 330 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Sei bereit!
  • Zeig, was du kannst: Hier wirst du 3 Stunden pro Woche gefordert: Es gibt ganz „normale“ Noten, wie du sie bereits kennst, die sich aus den Noten der Klassenarbeiten(!) und deiner sonstigen Mitarbeit (z.B. mündliche Mitarbeit, Vokabeltests und Referate) zu je 50% zusammensetzen!

Wusstest du, dass Französisch in jedem Land der Welt unterrichtet wird? Sei ein Teil davon!

 

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