„Versichern und vorsorgen“, „nachhaltig kochen und leben“ oder „die Schuldenfalle „Klarna“ – mit Themen wie diesen haben sich die Schüler der Gesamtschule Verl in der vergangenen Zeit in unterschiedlichen Projekten und Unterrichtseinheiten beschäftigt. In einem Alltag, der zunehmend von Schnelligkeit, Digitalisierung und ständig neuen Konsumangeboten geprägt ist, ist Verbraucherbildung ein wichtiger Bestandteil schulischer Bildung geworden. Sie befähigt junge Menschen dazu, ihren Konsumalltag informiert, kritisch und selbstbestimmt zu gestalten.
Gerade im Zeitalter der Digitalisierung gewinnt dieses Thema zusätzlich an Bedeutung. Smartphones, soziale Medien und Künstliche Intelligenz prägen den Alltag vieler Jugendlicher. Gleichzeitig sind sie mit Risiken wie Fake News, Cybermobbing, Hate Speech oder In-Game-Käufen konfrontiert. Verbraucherbildung hilft ihnen, Informationen kritisch zu hinterfragen, digitale Angebote bewusst zu nutzen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
Am 23. März 2026 wurde der Gesamtschule Verl in Berlin feierlich das Siegel „Verbraucherschule Gold“ für den Zeitraum 2025–2027 verliehen. Die Bundesverbraucherschutzministerin Dr. Stefanie Hubig überreichte die Urkunde persönlich an Frau Dr. Heinemann und Frau Mende, die stellvertretend für die Gesamtschule Verl anreisten. Insgesamt wurden 121 Schulen aus allen Bundesländern mit Bronze, Silber oder Gold ausgezeichnet. Die Gesamtschule Verl ist eine von drei Gesamtschulen in NRW, die mit der höchsten Auszeichnung „Gold“ für ihre herausragende Leistung gewürdigt wurde.
Die Auszeichnung wird vom Verbraucherzentrale Bundesverband an Schulen verliehen, die Verbraucherbildung in besonderer Weise fördern. Die höchste Stufe „Verbraucherschule Gold“ ist zudem Teil des Schullabel-Indikators der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.
Vorausgegangen war eine Bewerbung unserer Schule, in der wir nachweisen mussten, wie die vier Handlungsfelder der Verbraucherbildung – Finanzen, Ernährung, nachhaltiger Konsum und Medien – im Unterricht und im Schulleben verankert sind. Überzeugen konnten wir dabei unter anderem mit Projekten wie dem Workshop „Versichern und Vorsorgen“, der in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW im 10. Jahrgang durchgeführt wurde. Auch die Unterrichtseinheit „Schuldenfalle Klarna“ im Jahrgang 9 sowie das Projekt „Das nachhaltige Kochbuch“ waren Teil der erfolgreichen Bewerbung.
Die Arbeitsgemeinschaft Verbraucherbildung, koordiniert von Carina Mende, bündelt und organisiert zahlreiche Projekte zu den vier Themenfeldern. Verbraucherbildung ist dabei ein echtes Gemeinschaftsprojekt: Neben den Schüler:innen und Lehrer:innen leisten viele weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft ihren Beitrag – MPT-Kräfte, ehrenamtliche Helfer:innen oder auch Vereine sowie außerschulische Partner.
Mit Stolz blicken wir auf die Entwicklung der letzten Jahre zurück. Im Schuljahr 2022/2023 starteten wir mit einem Projekt zur nachhaltigen Lebensführung, dem Haushaltsführerschein. Seitdem haben sich zahlreiche weitere Projekte, Unterrichtseinheiten und außerschulische Aktivitäten etabliert, die Verbraucherbildung fest im Schulalltag verankern.
Die feierliche Verleihung fand im Rahmen eines Festakts in Berlin statt. Neben der Übergabe der Urkunden bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum Austausch mit Lehrkräften aus ganz Deutschland. In Workshops konnten wir neue Ideen und Impulse für zukünftige Projekte sammeln.
Wir blicken optimistisch in die Zukunft: Die Auszeichnung als Verbraucherschule Gold ist für uns zugleich Anerkennung und Ansporn, Verbraucherbildung weiterhin fest in unserem Schulalltag zu verankern und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Bildquelle: Neue Westfälische, Foto: Karin Prignitz
